Tagebucheintrag – Tag 3 in DayZ
„Neue Gesichter, alte Gefahren und vielleicht echte Loyalität“
Liebes Tagebuch,
Tag drei in dieser verdammten Welt. Langsam gewöhne ich mich an das Leben hier draußen. Nicht, weil es einfacher wird, sondern weil man irgendwann lernt, mit der ständigen Angst zu leben. Jeder Schritt kann der letzte sein, jeder Fremde eine Gefahr und jedes noch so kleine Stück Nahrung den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.
Nach den Ereignissen am Airfield gestern war ich froh, überhaupt noch am Leben zu sein. Die Kämpfe um die Ressourcen haben mir wieder einmal gezeigt, wie weit manche Menschen gehen, nur um an bessere Ausrüstung zu kommen. Vertrauen ist hier eine seltene Währung, und wer es zu leichtfertig verschenkt, bezahlt am Ende womöglich mit seinem Leben.
Doch der heutige Tag brachte auch ein paar interessante Begegnungen mit sich.
Zunächst lernte ich Mathias kennen. Auf den ersten Blick scheint er ein ganz netter Kerl zu sein. Wir kamen ins Gespräch, und bisher macht er einen vernünftigen Eindruck. Natürlich bin ich nach allem, was bisher passiert ist, noch vorsichtig. In Chernarus kann man den Menschen schließlich nur bis vor die Stirn schauen. Trotzdem hatte ich bei ihm nicht sofort das Gefühl, meine Waffe griffbereit halten zu müssen.
Vielleicht entwickelt sich daraus ja eine Bekanntschaft, auf die man sich verlassen kann. Vielleicht sogar eine richtige Freundschaft. Die Zeit wird zeigen, ob mein erster Eindruck stimmt. Bis dahin bekommt Mathias von mir erst einmal einen Vertrauensvorschuss – aber noch keinen Freifahrtschein.
Später lief mir dann Bizzy über den Weg.
Und ich muss sagen: Der Kerl scheint mir ebenfalls ziemlich in Ordnung zu sein. Er machte auf mich den Eindruck eines loyalen Genossen, jemandem, der nicht bei der ersten Gelegenheit davonläuft, wenn es brenzlig wird. Gerade solche Menschen sind in dieser Welt unbezahlbar. Es gibt genug Gestalten, die dir freundlich ins Gesicht lachen, nur um dir fünf Minuten später eine Kugel in den Rücken zu jagen.
Bei Bizzy hatte ich bisher eher das Gefühl, dass man mit ihm etwas aufbauen könnte. Einen Kameraden, der einem den Rücken freihält, wenn es darauf ankommt. Einen, mit dem man auch einmal durch schwierige Situationen gehen kann, ohne ständig befürchten zu müssen, dass er einen für ein paar Patronen oder eine bessere Waffe verkauft.
Natürlich bleibt auch hier Vorsicht geboten. Loyalität beweist sich nicht durch große Worte, sondern durch Taten. Und davon werden wir in den kommenden Tagen vermutlich genug sehen.
Während ich über diese neuen Bekanntschaften nachdachte, wurde mir bewusst, wie sehr sich mein Leben innerhalb von nur drei Tagen verändert hat. Am ersten Tag war ich noch ein Niemand, allein unterwegs, auf der Suche nach Kleidung und etwas Essbarem. Andere Spieler wollten mich umlegen, und ich wusste kaum, wem ich überhaupt aus dem Weg gehen sollte.
Am zweiten Tag kämpfte ich mich mit neuen Bekanntschaften durch das gefährliche Airfield und lernte, wie wichtig es ist, gemeinsam an einem Strang zu ziehen.
Und heute? Heute treffe ich auf Menschen wie Mathias und Bizzy, bei denen ich zumindest das Gefühl habe, dass aus einer zufälligen Begegnung mehr werden könnte.
Vielleicht entsteht hier langsam eine kleine Gemeinschaft. Eine Gruppe von Überlebenden, die nicht nur darauf aus ist, den eigenen Rucksack vollzustopfen, sondern auch füreinander einzustehen. Eine Gruppe, die gemeinsam nach Nahrung sucht, Ausrüstung organisiert und sich gegen diejenigen behauptet, die glauben, jeden anderen Überlebenden einfach auslöschen zu müssen.
Natürlich wäre es naiv, jetzt schon von einer eingeschworenen Truppe zu sprechen. Dafür kennen wir uns noch zu wenig. Aber irgendwo muss man schließlich anfangen.
Die kommenden Tage werden zeigen, wer wirklich zu uns passt und wer nur so lange freundlich bleibt, bis es etwas zu holen gibt. Vielleicht wird Mathias ein guter Freund. Vielleicht erweist sich Bizzy tatsächlich als loyaler Genosse. Und vielleicht werden wir irgendwann gemeinsam auf diese ersten Tage zurückblicken und darüber lachen, wie vorsichtig wir anfangs miteinander waren.
Bis dahin heißt es: Augen offen halten, Vorräte sichern und niemals vergessen, dass hinter jeder Ecke eine neue Gefahr lauern kann.
Tag 3 überlebt. Mathias kennengelernt. Bizzy getroffen. Zwei neue Gesichter, die Hoffnung machen.
Noch weiß ich nicht, wohin mich dieser Weg führen wird. Aber zum ersten Mal seit meiner Ankunft in Chernarus habe ich das Gefühl, dass ich ihn vielleicht nicht mehr ganz allein gehen muss.
Und in einer Welt wie dieser ist das verdammt viel wert.
Ende des dritten Tages.
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